20 einfache Veränderungen, um Deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten – ganz ohne an Baumborke knabbern zu müssen

Klimawandel? Ach was ein Schwachsinn, pure Panikmache. Das Klima hat sich doch schon immer verändert, Eiszeit und so… 
Öko und nachhaltig? Das ist doch für so Hippies mit fusseligen Haaren, die Birkenstocks tragen und in Sackleinen gehüllt an Baumborke knabbern… 
Nach mir die Sintflut, im wahrsten Sinne des Wortes wohl, wenn wir an schmelzende Polarkappen und steigende Meeresspiegel denken. 
 
So war früher meine Einstellung. 
Mittlerweile habe ich viel gelernt, viel gelesen, mich ordentlich informiert und denke natürlich nicht mehr so.  Statt dessen bin ich mehr und mehr besorgt, wohin uns unser egoistischer Lebensstil bringt, was machen wir eigentlich mit der Erde? Und noch viel wichtiger, was hinterlassen wir den kommenden Generationen und wie viele Generationen können denn da überhaupt noch kommen und überleben? 
Und dann blickte ich hin und her, zwischen meinem Styropor To Go Becher und meinen Kindern, die gerade einen Regenwurm bewunderten. Was tat ich da? War mein persönlicher Luxus und meine Bequemlichkeit wirklich die Welt wert? 

Die Antwort ist ganz klar NEIN! 
 
Über 5.25 TRILLIONEN Stücke Plastik 1  befinden sich aktuell in unseren Ozeanen, diese Nummer wächst täglich stetig. 
Trillionen kann man sich gar nicht vorstellen, die Zahl übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Zur Visualisierung hilft es, sich den Great Pacific Garbage Patch anzuschauen, eine Ansammlung von Müll und Debris, zu ca. 80% aus Plasitk bestehend, der von Experten auf die Grösse Texas und teilweise sogar Russlands geschätzt wird. Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was in unseren Ozeanen so herumschwimmt. 2
Laut Schätzungen von Experten wird es bis zum Jahre 2050 mehr Plastik als Fische in unseren Ozeanen geben 3
Wenn DAS nicht zum Nachdenken und UMdenken anregt, dann weiss ich auch nicht…. 
 
Lange Zeit habe ich versucht, die Verantwortung auf Andere zu schieben: Aber ich alleine kann doch gar nichts ausrichten? Was macht ein Mensch alleine schon für einen Unterschied? Aber die Anderen… 
Ich will aber nicht auf Alles verzichten! Öko ist doch voll umständlich! 
So und so weiter hörten sich meine Ausreden über Jahre an. 
 
Ich will aber nicht im Wald leben und nur noch an Ästen nagen! 
Dabei ist nachhaltig(er) Leben und etwas umweltbewusster Agieren gar nicht mal so schwer und kompliziert. Auch kleine Veränderungen können einen Unterschied machen und IRGENDWO muss man ja den Anfang machen. 
 
Deswegen will ich euch heute 20 Tipps geben, wie ihr ganz einfach und ohne viel Aufwand nachhaltiger und umweltverträglicher leben und Plastik vermeiden und einsparen könnt. 
 
 

1 – Statt Plastiktüten wiederverwendbare Taschen oder Körbe nutzen. 

Ein nicht kleiner Teil Plastiktüten findet natürlich auch seine Wege in den Ozean. Oftmals nur einmalig benutzt, werden die Tüten schnell weggeworfen und brauchen Jahrzehnte und nach Schätzungen eventuell sogar Jahrhunderte, um zersetzt zu werden. 4
Egal aber wo die Plastiktüte letztlich landet, ob nun auf der Müllhalde oder im Meer, sie wird oftmals nur ein einziges Mal benutzt und dann entsorgt. Dass das nicht ökologisch ist, kann man sich denken. Dabei gibt es wundervolle Alternativen, von hübschen Körben über Stoffbeutel mit Drucken oder sogar slebstgestaltet. Ist doch auch viel spannender und hübscher, als ne olle Plastiktüte. Idealerweise hat man immer ein paar Im Auto oder der Handtasche. Falls sie mal zu Hause vergessen werden, fragt nach, ob euer  Supermarkt statt Tüten nicht alte Kartons und Boxen hat, oder aber greift zur Papiertüte. 

 

2 – Wiederverwendbare Thermobecher statt Einmal-To Go Becher 

Unterwegs noch schnell nen Kaffee holen, sei es beim Bummeln in der Stadt oder auf dem Weg zur Arbeit oder in der Kaffeepause. Kaffeejunkies wollen ihren Kaffee – und bestehen nicht selten darauf, dass sie ihn nicht nur wollen, sondern sogar brauchen. Allerdings sind To Go Becher leider alles andere als gut für unsere Umwelt. Auch hier wieder ein Ding, das nur einmal kurzzeitig für wenige Minuten genutzt wird und dann sofort im Müll landet. Das bedeutet jetzt gar nicht, dass man auf den Kaffee unterwegs verzichten muss. Abhilfe schafft ein wiederverwendbarer Thermobecher. Die meisten Cafes und Bäckereien haben überhaupt kein Problem damit, einen mitgebrachten Becher zu befüllen, manche Ketten geben sogar Rabatt5 und entlohnen damit das Umweltbewusstsein. Ausserdem gibt es mittlerweile eine so grosse Auswahl wunderschöner, wiederverwendbarer Becher, wer will da schon mit nem ollen Papp- oder Styroporbecher rumlaufen? 
Grün to go wiederverwendbare Kaffeebecher nachhaltiger leben
 

3 – Weg von Tampons und Einmal-Binden 

Mittlerweile gibt es ein grosses Angebot ökologischer Alternativen zu Wegwerfprodukten rund um die Periode: Menstruationstasse, waschbare Stoffbinden oder sogar spezielle Period Panties. 6 Dadurch reduziert man nicht nur Müll, es müssen auch nicht andauernd neue Resourcen aufgewandt werden für die Herstellung, da diese Dinge viele Jahre lange nutzbar sind, man spart auf Dauer sogar verdammt viel Geld. Alternativen zu klassischen Tampons, wie die Menstruationstasse, haben auch noch weitere Vorteile, sie sind oftmals gesünder und machen die Periode angenehmer. 7
 

4 – Secondhand kaufen 

Secondhand schont nicht nur Resourcen, man unterstützt dabei ausserdem auch keine Ausbeuterbetriebe und miese Arbeitsbedingungen. Mehr Infos zum Thema ethischere Mode findet ihr HIER

 

5 – Bambus Zahnbürsten statt Plastik 

Dass Naturrohstoffe in der Regel einfach besser sind als Plastik, ist keine Neuigkeit. Einfache Alltagsgegenstände aus Plastik, so wie Zahnbürsten, können ganz einfach durch ökologischere Varianten ersetzt werden. Probiert doch mal eine Bambuszahnbürste, statt einer normalen Plastikzahnbürste. 
 

6 – Glasschalen statt Plastik 

Viele Küchenhelfer, wie Schalen oder Aufbewahrungsdosen aus Plastik können ganz einfach durch Glas oder Keramik ersetzt werden. Diese verfärben ausserdem nicht und nehmen keine Gerüche an. Doppelt klasse. 
 

7 – Foodsharing 

Wir leben in einer grausigen Wegwerfgesellschaft. Obst, das nicht gekrümmt genug, nicht schön genug ist, wird weggeworfen. Dinge, die gerade abgelaufen sind, werden weggeworfen. Wir werfen unglaublich viele Lebensmittel weg, die eigentlich noch absolut gut und verwertbar sind. Vermeiden kann man diese Verschwendung mit Food Sharing. Schaut doch mal, ob es bei euch in der Stadt Food Sharing Gruppen oder Angebote gibt. Ausserdem kann man so noch wunderbar etwas Geld sparen. 
 

8 – Umdenken beim Putzen 

Swiffer und Konsorten sind unglaublich praktisch – putzen, Lappen oder Tuch abnehmen und ab in den Müll, fertig. Das mag zwar sehr praktikabel sein, aber wie so oft, wenig umweltschonend. Die bessere Alternative wären wiederverwendbare Bodenputztücher, Mopps etc. Diese können einfach gewaschen und über lange Zeit wiederverwendet werden. 
 

9 – Waschlappen oder Mikrofasertuch statt Abschminktücher 

Abschminktücher erscheinen auf den ersten Blick super praktisch, dabei sind sie das gar nicht. Nicht mal alleine wegen dem Umweltaspekt, sondern auch, weil sie der Haut in der Regel nicht gut tun. Umsteigen auf Mikrofasertücher oder simple Waschlappen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch eure Haut. 
 

10 – Fleischkonsum reduzieren 

Eine sehr einfache, aber unglaublich effektive Art und Weise, unseren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren, ist es, den Fleischkonsum zu reduzieren. Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch werden 15,415 L Wasser benötigt und 20,65 kg CO2 produziert. 8 Ganz schön heftig, oder? Das kann man ganz einfach vermeiden, indem man hier und da einfach etwas weniger Fleisch isst und ein paar fleischfreie Tage einrichtet. Damit tut man auch der Gesundheit was Gutes, von den Tieren mal ganz abgesehen. 
 

11 – In der Obstabteilung 

Diese kleinen, doofen, fisseligen Plastiktütchen, in die wir unser Obst und Gemüse packen sollen, kennen wir aus dem Supermarkt sicher alle. Plastik ist Plastik, auch wenn es nur ein kleines Stück ist und im Laufe eines Einkaufs sammeln sich oft mehrere davon an. Alternativ kann man spezielle wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze, Musselinbeutel oder sogar ein Wäschenetz nutzen. 
 

12 – Plastikflaschen meiden

Pro Jahr verbraucht der durchschnittliche Deutsche 207 Plastikflaschen. 9  Das ist verdammt viel Müll. Und das muss nicht sein, Alternativen gibt es genug. Man könnte zu Glasflaschen greifen, Wasserfilter zu Hause nutzen oder Geräte wie einen Sodastream (am besten mit Glasflaschen) nutzen. Auch für unterwegs lieber eine wiederverwendbare Flasche nutzen, anstatt Plastikflaschen zum Einmalgebrauch im Laden kaufen. Idealerweise sollte diese Flasche auch aus Glas sein, ist ja klar… 
 

13 – Brotzeit besser verpacken 

Sei es der Snack fürs Büro oder das Schulbrot – zu oft wird in Plastiksandwichtüten, Cellophan oder Plastikdosen eingepackt. Dabei gibt es so viele Alternativen, wie zum Beispiel selbstgenähte Sandwichtüten aus Wachstuch10, die es übrigens auch zu kaufen gibt. 
 

14 – Essbares Besteck 

Sommerzeit ist Grill-Zeit, Picnicks sind auch beliebt. Gerade da hat man oft wenig Lust, dreckiges Geschirr und Besteck mit sich herum zu schleppen. Also greift man zur Wegwerf-Variante. Aber auch das geht wesentlich umweltfreundlicher als Plastikbesteck – die Lösung ist essbares Besteck. Whut? Was redet die da? Essbares Besteck? Ja, essbares Besteck. Hergestellt wird es vonm Bakeys aus  aus rein veganen Inhaltsstoffen und ist in den Geschmacksrichtungen Weizen, Hirse und Reis erhältlich. 11 Selbermachen kann man das übrigens auch. eine Anleitung dazu gibt es HIER
 

15 – Teller aus Blättern statt Styropor 

Wo Wegwerf-Besteck ist, ist oft auch der Wegwerf-Teller nicht weit. Auch hier gibt es umweltfreundlichere Alternativen, die zum Beispiel aus Blättern hergestellt werden und somit komplett kompostierbar sind. Solche gibt es zum Beispiel von Leaf Republic
 

16 – Kampf der Kaffeekapsel 

Kapselkaffee hat in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen, eine Kapselmaschine steht in vielen Haushalten. Leider machen die Einmal-Kapseln auch unglaublich viel Müll. Dabei kann man dem einfach entgegenwirken, nämlich indem man eine wiederverwendbare, befüllbare Kapsel für die Maschine kauft. Ausserdem kann man so wieder zum Liebings-Bohnen Kaffee greifen. 
 

17 – Weg mit Wattepads 

Die Mädels, die sich regelmässig schminken und somit auch regelmässig ABschminken, kennen das sicherlich – man braucht schon mehr als nur einen oder zwei Wattepads, um die ganze Pampe vom Gesicht zu bekommen. Ich auf jeden Fall. Eine Alternative zu normalen Wattepads, die nach einmaliger Benutzung im Müll landen, sind waschbare Wattepads, die gibt es ausserdem in den verschiedensten Designs. So macht Abschminken doch doppelt Spass. 
 

18 – Angeschnittenes Gemüse und Obst umweltfreundlich lagern 

 Man hat Lust auf etwas Avocado Toast, braucht dafür aber keine ganze Avocado, das Rezept verlangt nur nach ein bisschen gehackter Zwiebel – angeschnittenes Obst und Gemüse kennt sicherlich Jeder. In der Regel greift man nach Frischhaltefolie, wickelt die Reste ein und packt sie dann in den Kühlschrank. Dafür gibt es jetzt eine bessere, umweltfreundlichere und wiederverwendbare Alternative – Food Huggers, oder Silikon-Hütchen zum Drüberstülpen über die Schnittfläche. So bleibt Alles schön frisch und man macht weniger Müll. Was für eine praktische Idee. 
 

19 – Lokal & saisonal einkaufen 

Habt ihr vielleicht einen Wochenmarkt in der Nähe, wo die Bauern der Umgebung ihre Waren anbieten oder könnt sogar direkt vom Hof kaufen? Eine wundervolle Art, lokale Unternehmen zu unterstützen und ausserdem noch was Gutes für die Umwelt zu tun – je weniger Lebensmittel um die Welt geschifft werden, desto besser. Saisonale Waren kaufen ist ebenso nützlich und umweltfreundlicher, als unbedingt aus einem fernen Land eingeschiffte Obst und Gemüsesorten, die gerade keine Saison haben, einzukaufen. 
lokal und saisonal einkaufen, besser einkaufen, nachhaltiger konsumieren
 

20 – Die Dosis macht das Gift 

„Viel hilft nicht viel.“, das sagte schon mein Chemielehrer im Versuchslabor immer. Oftmals nutzen wir viel zu viel von unseren Pflegeprodukten, Putzmitteln, Waschmitteln etc., in der Hoffnung, dass es dann sauberer oder „besser“ wird. Dem ist aber nicht so. Bei der Dosierung sparsam sein, ist langfristig gut für unsere Umwelt, wenn wir weniger verbrauchen, produzieren wir auch etwas weniger Verpackungsmüll – und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch viel Mist.
 
 
Das waren 20 ganz einfache Umstellungen im Alltag, die wenig bis gar nicht einschränken, gar nicht gross aufwendig sind und schon viel bewirken können. Diese kleinen Veränderungen retten ganz sicher nicht die Welt, sind aber allemal ein Anfang. 
Welche Tipps habt ihr noch so, um den Alltag etwas umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten? 
 
3  World Economic Forum Report;  The New Plastics Economy Rethinking the future of plastics http://www3.weforum.org/docs/WEF_The_New_Plastics_Economy.pdf
4  U.S. National Park Service; Mote Marine Lab, Sarasota, FL (decomposition times); National Oceanic and Atmospheric Administration Marine Debris Program

2 Gedanken zu &8222;20 einfache Veränderungen, um Deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten – ganz ohne an Baumborke knabbern zu müssen&8220;

  1. Hey Alicja,
    danke für diesen umfassend recherchierten und trotzdem so lockeren Artikel!
    Es gibt so, so viel, was man im Alltag tun kann – daran erinnere ich mich selbst auch immer wieder und möchte ab jetzt wieder mehr mit Jutebeutel zum Bäcker. So easy, und doch vergesse ich es an vielen Tagen.
    xx Sabine

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