Interview Reihe Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #5

„Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.“
Georg Christoph Lichtenberg

Heute berichtet S. L. , 35 Jahre alt und Mutter, von ihrem Leben mit Angsttörungen und Panikattacken.
Eine bewundernswert stark wirkende Frau, die in diversen Social Media Gruppen immer gerne und schnell mit intelligenten und hilfreichen Kommentaren da ist, eine Frau, die unerschütterlich nach aussen wirkt und als hätte sie immer komplett alles im Griff. Jemand, den man gängig als Powerfrau bezeichnen würde. Aber auch Superwoman hat ihr Kryptonit. Wir sind alle nur menschlich…

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Interview Reihe Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #3

Wochenlange sass ich daran, Emails und Private Nachrichten auf Facebook, dem Blog und Instagram zu beantworten, mit einem solchen Ansturm hätte ich niemals gerechnet, als ich vor ein paar Wochen nach Freiwilligen für eine kleine Interview Reihe zum Thema Psychische Störungen gefragt hatte. Vielleicht melden sich ja 2 oder 3 Leute, die berichten wollen, dachte ich mir. Dass ich hunderte und hunderte von Mails und PMs bekam, damit rechnete ich nicht. Auch rechnete ich nicht mit der Offenheit, mit der Ihr berichtet habt, mit dem tiefen Drang, der allgemein zu bestehen scheint, offen und ohne Verurteilung über diese sensiblen Themen zu reden.
In den letzten Artikeln berichtete ich über mein eigenes Leben mit Borderline, Suizidalität und stark selbstdestruktivem und in dem Zuge selbstverletzendem Verhalten, sowie eine Form der Essstörung, Panikattacken, Schlafstörungen, mangelnde Emotionskontrolle, gestörtes Selbstbild, depressive Episoden. Imposante Liste oder? Aber es geht….
Und danach veröffentlichte ich ein Interview mit meinem Mann, in dem er sich mal zu Wort meldete und erzählte, wie denn das Leben mit so jemandem wie mir ist.


Ab heute soll es mit EUREN Geschichten losgehen, Du hast hier die Möglichkeit, anonymisiert über Deine eigene Geschichte zu berichten, wenn Du magst, kannst Du natürlich auch ganz einfach offen berichten. Ich habe die Möglichkeit der Anonymisierung gewählt, da psychische Störungen oftmals immer noch ein Tabuthema sind, etwas, worüber man nicht spricht. Entsprechend leiden viele Betroffene oft still vor sich hin und wagen nicht einmal, sich professionelle Hilfe zu holen, aus Angst, verurteilt und abgestempelt zu werden. Wer mag schon „irre“ sein? Oftmals wird man mit Depressionen als „faul“ abgestempelt, wer mit Postpartum Depressionen kämpft, als „unliebende Mutter“, mit Borderline als „aufmerksamkeitsgeile Alte“ und so weiter. Viele Betroffene schämen sich auch, dass sie „ihr Leben nicht einfach im Griff haben“. Das Tabu soll und kann gebrochen werden, Aufklärung und Offenheit sind der erste Schritt dazu und damit das einfacher fällt, eben die Option der Anonymisierung.

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DU BIST NORMALER, ALS DU DENKST… EINE INTERVIEW REIHE – LEBEN MIT PSYCHISCHEN STÖRUNGEN, BETROFFENE UND ANGEHÖRIGE BERICHTEN – Mein Mann berichtet

Letztens habe ich meine Geschichte veröffentlicht und offen über mein Leben mit psychischen Störungen geschrieben. Das war der Auftakt zu einer Interview Reihe mit Betroffenen und Angehörigen, jeden Freitag kommt eine neue Geschichte und Lebenserfahrung hier auf LostBehindTheMirror online.
Heute wird es noch einmal persönlich, bevor es dann mit EUREN Geschichten weitergeht, mein Mann berichtet – als Angehöriger über das Leben mit MIR.

Wir sind seit bald 8,5 Jahren zusammen, seit über 6 Jahren verheiratet, wir waren nach einer Woche verlobt, 2 gemeinsame Kinder, haben meinen Suizidversuch und seine Verletzung im Einsatz im Afghanistan gemeinsam durchgestanden, ich bin von England nach Deutschland gezogen und dann in die USA, wir haben also so Einiges gemeinsam durch.
Hättest Du Interesse daran, dass ich mal unsere „Lovestory“ aufschreibe? Wie wir uns kennengelernt haben, wie das eigentlich kam, das wir nach einer Woche verlobt waren und wie das war, als er im Einsatz war, als er verletzt wurde etc.?

Aber heute ist etwas anderes Thema hier, nämlich wie denn das Leben so ist, mit Jemandem, der wegen Chicken Nuggets anfangen kann zu heulen, wie ein kleines Kind, mit Jemandem, dessen Stimmung jede Sekunde komplett ins Gegenteil kippen kann.
Wie ist das Leben mit Jemandem, dem man vor Jahren wortwörtlich das Leben gerettet hat, indem man einen Suizid durchkreutzt hat?
Wie ist das Leben mit Jemandem, der im Supermarkt anfängt zu weinen, weil eine Panikattacke eingetreten ist?

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Wie sozial ist Social Media eigentlich?

Facebook, Instagram und Co haben die Vernetzung und das In-Kontakt-Bleiben einfacher gemacht, denn je. Sie vernetzen Leute auf der ganzen Welt, ermöglichen schnelle Kommunikation und Interaktion, egal wie viele KM zwischen den Leuten liegt. Social Media ist mittlerweile fester Bestandteil des modernen Lebens, aber wie sozial sind unsere Netzwerke eigentlich wirklich?


Wenn man mal genauer hinschaut, entdeckt man immer wieder Aspekte an den neuen Medien, die fast vermuten lassen, dass einige (eventuell nicht wenige) Leute unsere neuen Medien für ganz unsoziale, man könnte schon sagen „asoziale“ Zwecke nutzt. Hater, Hetze und Heuchelei sind nur ein paar der Auswüchse, die das Alles angenommen hat.

Da stellt sich doch die Frage: Wie sozial ist Social Media eigentlich?

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10 Dinge, die ich mit 30 gelernt habe

Früher wollte ich ewig jung bleiben, alt werden war doch doof, man bekommt Falten, kann nicht mehr in Clubs feiern und dann ist man eh spiessig und sowieso. Alt Werden ist kacke. Das war Faktum.
Dann kam mein 24. Geburtstag und ich fing langsam an, mich etwas alt zu fühlen, mein 25. nahte, ein Vierteljahrhundert, das gilt irgendwie als alt, zumindest damals für mich. Ich hatte Panik, echte Angst, ich wollte nicht alt werden… Ich wollte vor allem nicht wirklich und endgültig erwachsen werden, das spielte wohl auch mit rein.
An meinem 25. Geburtstag passierte nichts Erwähnenswertes, ich zerfiel nicht zu staub, noch begannen Anstrengungen in meinen näheren Umfeld mich mummifizieren zu wollen, noch reichte man mir in der Öffentlichkeit einen Gehstock. Alles war wie immer.
Mit 27 fing ich langsam aber sicher an, immer entspannter zu werden, was mein Alter anging, ich fing an, selbstsicherer und gefestigter zu sein, ich machte einen letzten Schritt in Richtung „richtig erwachsen“ in genau dieser Zeit.

23 vs. 30

Mittlerweile bin ich seit fast einem halben Jahr 30 (immer noch nicht zu Staub zerfallen, nur die langen Leinenbandagen sind was nervig manchmal) und könnte zufriedener, angekommener und glücklicher mit meinem Alter nicht sein. Ich habe einige Dinge gelernt, die mich zufriedener und entspannter gemacht haben und mein Leben massiv vereinfacht haben. Einige davon waren mir schon vor meinem 30. bekannt, gutgemeinte Tipps von Oma und Opa oder allgemeine Lebensweisheiten, die man um die Ohren gekloppt bekommt, aber es liegt ein feiner Unterschied zwischen purem Wissen und Verstehen und Anwenden. Das Wissen war teilweise schon vorher da, der Rest, der kam mit dem Älterwerden…

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