Mama, du bist doof! – bedürfnisorientiert mit Konflikten und Emotionsausbrüchen umgehen

„Mama, du bist doof!!!“ schallt es durchs Haus, noch bevor die Haustür sich komplett geschlossen hat. Gefolgt wird das von wütendem, davonstürmendem Stampfen, ein kleines Jaulen und ein BUMMS, als sich KJ frustriert und emotional auf sein Bett wirft. 

Vor 5 Minuten war die Welt noch in Ordnung, da spielte KJ friedlich mit seinem Freund – bis eben dessen Mutter kam, um ihn abzuholen. Von einer Sekunde auf die andere kippte die Stimmung. „Ich will aber nicht aufhören zu spielen. Ich will nicht, dass mein Freund geht!“ Aus dem glücklichsten und seligsten Kind der Welt wird innerhalb weniger Sekunden ein todtrauriges, wütend davonstürmendes Emotionsmonster, das mich total doof findet. 

Ich schaue durchs Fenster dem davonfahrenden Auto hinterher, auf dessen Rückbank ein ebenso trauriges Kind sitzt und auf dem Fahrersitz eine Mama, die mit dem gleichen Gefühlsausbruch ihres Kindes konfrontiert ist… Es passt ganz schön viel Emotion in so wenig Mensch. Und dann erinnere ich mich an die Spieltage und Nachmittage mit meinen Freunden und wie ich mich gefühlt habe, wenn es Zeit wurde, nach Hause zu gehen. Auch ich habe als Kind deswegen mal geweint und war am Bode zerstört. So ein toller Tag und so viel Spiel und Spass und dann muss das plötzlich aufhören? Das ist aber auch nicht fair… 

Meine Gedankengänge werden von einem jaulenden Schluchzen aus Richtung der Couch unterbrochen. Dann ein lauter Knall – ein Spielzeugauto wurde in der Wut des Kindes zum Wurfgeschoss und landete eindrucksvoll lärmend auf dem Wohnzimmerboden. 

„Schatz, was ist denn?“, nähere ich mich vorsichtig an das heulende Bündel Kind an. 

„Geh weg! Du bist doof!“, kommt mir entgegen, KJ verkreutzt die Arme vor der Brust und dreht sich weg, immer noch schluchzend. 

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Attachment Parenting – wir ziehen soziopathische Tarzans heran

Wir erziehen nicht!
Diese Aussage führt nicht zu selten zu Erstaunen, Unglauben und teilweise auch Neugierde, wie geht das, wie sieht das aus, wie läuft das ab?
Die meisten Leute, vor allem hier in der Gegend der USA, die vom Militär und somit Disziplin und Autorität geprägt ist, haben da ganz eigene Vorstellungen: Meine Kinder, kleine, soziopathische Tarzans, rennen  laut schreiend und nackt durch die Wohnung, schwingen sich von Möbelstück zu Möbelstück und werfen mit Essen und Fäkalien auf jeden, der ihnen Anweisungen zu geben wagt.


Wir haben keine wirklichen Regeln, keine Bettgehzeiten, setzen unsere Autorität nur dann ein, wenn es um den Schutz von Leben und Gesundheit geht.

Für Viele ist ein solch regelloses, freies Leben nur schwer vorstellbar, wie klappt das eigentlich und wie lernen Kinder denn dann den Ernst des Lebens?

Dürfen die etwa auch auf der Autobahn spielen, nur weil sie das wollen? Weiterlesen „Attachment Parenting – wir ziehen soziopathische Tarzans heran“