Interview Reihe Psychische Störungen – Angehörige und Betroffene berichten – #7

Alles, was du dir im Geist vorstellst,
wird Wirklichkeit,
wenn du nicht aus dem Licht deines Herzens heraus trittst.

Indianische Weisheit

 

Niemals käme man auf die Idee, das gebrochene Bein zu verstecken, das man sich im Ski-Urlaub zugezogen hat, weil man Angst hat, deswegen verurteilt zu werden oder nicht Ernst genommen zu werden. „Weg mit den Krücken und stell dich nicht so an… “ würde man wohl eher wenig zu hören bekommen. Krankheiten, die sichtbar sind, deren Einschränkung direkt bemerkbar ist, werden selten heruntergespielt oder in Frage gestellt. Bei Krankheiten, die man nicht sehen kann, sieht das oft anders aus. Da wird oft versteckt, es fehlt der Mut, offen zu sein, aus Angst, dass einem nicht geglaubt wird, dass man nicht Ernst genommen oder sogar angegriffen wird. Wie will man denn auch beweisen, dass es einem so schlecht geht, dass man nicht aufstehen kann, wenn einem rein körperlich und äusserlich nix fehlt? 

Besonders extrem ist das im Bereich der psychischen Krankheiten, ein Tabuthema, etwas, worüber man nicht spricht, etwas, das man nicht sehen will. Die Betroffenen schweigen und leiden oft im stillen, was die Krankheit oftmals noch weniger erträglich macht und zusätzlich belastet. Das Stigma ist noch gross, die Missverständnisse und das Unwissen auch. 

Umso wichtiger ist, dass das angebliche Tabu gebrochen wird, diese Dinge thematisiert werden und weitläufige Aufklärung stattfindet. Dieses ist mitunter das Ziel dieser Interview Reihe mit Betroffenen und Angehörigen von psychischen Störungen. Die verschiedenen Geschichten aus allen Schichten, Geschlechtern und Lebensbereichen sollen aufzeigen, wie „normal“ und weit verbreitet diese unsichtbaren Krankheiten sind. Sie sollen anderen Betroffenen zeigen, dass sie nicht alleine sind und Nicht Betroffenen einen kleinen Einblick in das Leben mit diesen Krankheiten geben. 

Heute berichtet Julia vom Blog FreshStartEveryDay von ihrem Leben mit Depressionen und Borderline und wie sie ihr Leben mit diesen Krankheiten meistert. 

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Interview Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #6

Der Depression eine Bedeutung zu geben ist besser, als sich von der Depression eine Bedeutung geben zu lassen. 

Benno Blues

 

Als Teenager und junger Erwachsener ist man ein freier, wilder, unbeschwerter, junger Mensch, ohne Sorgen und Probleme, das Leben noch vor sich. So zumindest die grundlegende Annahme. Dass ein junger Mensch, der noch Alles vor sich hat, schon im zarten Alter von 15 Jahren einen Suizidversuch unternimmt, kann man sich kaum vorstellen – und dennoch passiert es. 

Heute berichtet eine junge Frau von gerade 20 Jahren mutig und offen über Ihr Leben mit Depressionen und Borderline. 

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Mythen und Irrglauben über Suizid – ein Aufklärungsartikel

Ich will sterben.

Wie geht man damit um, wenn man diesen Satz im Umfeld hört?
Wie kann man jemandem helfen, der Todessehnsucht äussert und KANN man der Person überhaupt helfen und sollte man überhaupt? Ist es denn nicht so, dass Leute, die wirklich Suizid begehen wollen, es einfach tun und nicht drüber reden? Will die Person jetzt nur Aufmerksamkeit?

Suizid ist immer noch grosses Tabuthema, kein Wunder, es ist mit Leid und Schmerz verbunden, sicherlich kein Thema, das man beim Sektfrühstück mit Frenden neben der Diskussion darum, welchen Film man sich am Wochenende im Kino anschaut, einfach mal eben so bespricht. Eigentlich redet man gar nicht drüber…

Und genau das ist das Problem.

Man redet nicht drüber, es ist tabu, so zu denken, ist tabu. Sterben zu wollen, ist tabu. So zu leiden, dass man mit dem Leben nicht mehr klarkommt, ist tabu. Es ist egoistisch. Es ist schwach. Es ist faul. Es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit, der gerade in dieser Form gerne ignoriert und nicht ernst genommen wird. Es ist ein No Go. Es ist undankbar. Es ist ein Tabu.

Heute soll es um Miskonzeptionen und Vorurteile und falsche Vorstellungen zum Thema Suizid gehen, das Ziel ist es, durch Aufklärung mehr Verständnis und mehr Hilfotpionen für Betroffene und Angehörige an der Hand zu haben und eventuell sogar Freitode verhindern zu können.

VORSICHT – DIESER ARTIKEL ENTHÄLT EVENTUELL TRIGGERNDE INHALTE ZUM THEMA SUIZID 

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Interview Reihe Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #5

„Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.“
Georg Christoph Lichtenberg

Heute berichtet S. L. , 35 Jahre alt und Mutter, von ihrem Leben mit Angsttörungen und Panikattacken.
Eine bewundernswert stark wirkende Frau, die in diversen Social Media Gruppen immer gerne und schnell mit intelligenten und hilfreichen Kommentaren da ist, eine Frau, die unerschütterlich nach aussen wirkt und als hätte sie immer komplett alles im Griff. Jemand, den man gängig als Powerfrau bezeichnen würde. Aber auch Superwoman hat ihr Kryptonit. Wir sind alle nur menschlich…

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Interview Reihe Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #4

„Ich wünsche mir, dass offen darüber (psychische Kranhkeiten) gesprochen wird und die betroffenen Menschen unterstützt werden, die Mauer zu erklimmen, denn alleine stehen wir es nicht durch! Macht euch darüber nicht lustig (…), denn dadurch fühlen wir uns noch wertloser. Hört zu, redet mit ihnen und seid für sie da, denn sie brauchen euch, besonders die Familie!
Lasst sie nicht fallen, sondern gebt ihnen die Hand, um aufzustehen und nicht aufzugeben. Denn jeder Mensch ist etwas Besonderes.“

Innerhalb eines Jahres erkrankt in Deutschland jeder dritte Erwachsene an einer psychischen Krankheit, so die Bundespsychotherapeutenkammer auf ihrer Homepage. Psychische Krankheiten, wie Borderline, Depressionen und vieles mehr sind keine Seltenheit, im Gegenteil, schon fast ein „normaler“, zu erwartender Teil des Lebens. Leider auch immer noch massiv tabuisiert, etwas, worüber man nicht redet.
Jeden zweiten Samstag wird hier ein kleines Interview mit Betroffenen oder Angehörigen veröffentlicht werden, eine kleine Plattform, um seine Geschichte und Erfahrungen anonymisiert (wenn gewünscht) zu teilen, Mut zu machen, sich auszutauschen. Denn genau das ist der Wunsch nur zu vieler Betroffener.

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