Vom Primark Shopoholic zu ethischer(er) Mode

Etwas so Schönes wie Mode sollte nicht eine so schmutzige Vergangenheit haben.
Christina Wille, Loveco

In einem Land vor unserer Zeit, da sassen mal ein Mädchen und seine Mutter vor einem Kleidungskatalog und blätterten diesen Tee schlürfend und Kuchen essend gemeinsam durch. Mit einem altertümlichen Schreibutensil, einem sogenannten Kugelschreiber, malten sie hie und da so etwas wie Runen, immer dann, wenn ihnen ein Kleidungsstück gefiel. Danach blätterten sie den Katalog wieder durch, machten an den Markierungen halt und diskutierten über Vor- und Nachteile des jeweiligen Stücks. Auf einem seltsamen Zettel mit vielzähligen Feldern wurden dann allerlei Zahlen und Buchstaben eingetragen. Das Stück Papier wurde dann zeremoniell in weiteres Papier gepackt, einen sogenannten Umschlag, und dann mit einer Briefmarke – so nannte man das Bezahlmittel für die damalige Fernkommunikation – versehen. Zu guter Letzt wurde dieser Brief, wie man damals Fernkommunikation per Papier bezeichnete, per Post verschickt. Nach einigen Wochen Wartezeit kam dann ein Paket wiederum per Post bei einem zu Hause an, das ausgewählte Kleidungsstücke enthielt.
Ihr müsst wissen, das Mädchen und seine Mutter lebten in einer Zeit, in der es noch kein Onlineshopping gab. Damals gingen die Leute in die Innenstadt und in ein Geschäft, oder aber sie bestellten ihre Kleidung aus einem Katalog. Das ist quasi ein Onlineshop, nur gedruckt und zum Buch gebunden…

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Ein Offener Brief – Du bist gut genug!

Dieses geht an Dich, die Frau, die zweifelnd vor dem Spiegel steht und sich fragt, ob sie diese kurzen Shorts tragen kann, weil ihre Beine nicht aalglatt sind, an die Frau, die im Onlinestore sich zig hübsche Bikinis anschaut, um dann doch einen verhüllenden Badeanzug mit Strandkleid zu bestellen, an das Mädchen, das sich nicht traut, vor Freunden ein Eis zu essen, wenn ihr danach ist, weil sie Angst hat, verurteilt zu werden.

Dieses geht an Dich, höre mir gut zu, es ist wichtig, dass du dieses weisst. 

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Interview Reihe Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #5

„Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.“
Georg Christoph Lichtenberg

Heute berichtet S. L. , 35 Jahre alt und Mutter, von ihrem Leben mit Angsttörungen und Panikattacken.
Eine bewundernswert stark wirkende Frau, die in diversen Social Media Gruppen immer gerne und schnell mit intelligenten und hilfreichen Kommentaren da ist, eine Frau, die unerschütterlich nach aussen wirkt und als hätte sie immer komplett alles im Griff. Jemand, den man gängig als Powerfrau bezeichnen würde. Aber auch Superwoman hat ihr Kryptonit. Wir sind alle nur menschlich…

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Interview Reihe Leben mit Psychischen Störungen – Betroffene und Angehörige berichten #4

„Ich wünsche mir, dass offen darüber (psychische Kranhkeiten) gesprochen wird und die betroffenen Menschen unterstützt werden, die Mauer zu erklimmen, denn alleine stehen wir es nicht durch! Macht euch darüber nicht lustig (…), denn dadurch fühlen wir uns noch wertloser. Hört zu, redet mit ihnen und seid für sie da, denn sie brauchen euch, besonders die Familie!
Lasst sie nicht fallen, sondern gebt ihnen die Hand, um aufzustehen und nicht aufzugeben. Denn jeder Mensch ist etwas Besonderes.“

Innerhalb eines Jahres erkrankt in Deutschland jeder dritte Erwachsene an einer psychischen Krankheit, so die Bundespsychotherapeutenkammer auf ihrer Homepage. Psychische Krankheiten, wie Borderline, Depressionen und vieles mehr sind keine Seltenheit, im Gegenteil, schon fast ein „normaler“, zu erwartender Teil des Lebens. Leider auch immer noch massiv tabuisiert, etwas, worüber man nicht redet.
Jeden zweiten Samstag wird hier ein kleines Interview mit Betroffenen oder Angehörigen veröffentlicht werden, eine kleine Plattform, um seine Geschichte und Erfahrungen anonymisiert (wenn gewünscht) zu teilen, Mut zu machen, sich auszutauschen. Denn genau das ist der Wunsch nur zu vieler Betroffener.

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DU BIST NORMALER, ALS DU DENKST… EINE INTERVIEW REIHE – LEBEN MIT PSYCHISCHEN STÖRUNGEN, BETROFFENE UND ANGEHÖRIGE BERICHTEN – Mein Mann berichtet

Letztens habe ich meine Geschichte veröffentlicht und offen über mein Leben mit psychischen Störungen geschrieben. Das war der Auftakt zu einer Interview Reihe mit Betroffenen und Angehörigen, jeden Freitag kommt eine neue Geschichte und Lebenserfahrung hier auf LostBehindTheMirror online.
Heute wird es noch einmal persönlich, bevor es dann mit EUREN Geschichten weitergeht, mein Mann berichtet – als Angehöriger über das Leben mit MIR.

Wir sind seit bald 8,5 Jahren zusammen, seit über 6 Jahren verheiratet, wir waren nach einer Woche verlobt, 2 gemeinsame Kinder, haben meinen Suizidversuch und seine Verletzung im Einsatz im Afghanistan gemeinsam durchgestanden, ich bin von England nach Deutschland gezogen und dann in die USA, wir haben also so Einiges gemeinsam durch.
Hättest Du Interesse daran, dass ich mal unsere „Lovestory“ aufschreibe? Wie wir uns kennengelernt haben, wie das eigentlich kam, das wir nach einer Woche verlobt waren und wie das war, als er im Einsatz war, als er verletzt wurde etc.?

Aber heute ist etwas anderes Thema hier, nämlich wie denn das Leben so ist, mit Jemandem, der wegen Chicken Nuggets anfangen kann zu heulen, wie ein kleines Kind, mit Jemandem, dessen Stimmung jede Sekunde komplett ins Gegenteil kippen kann.
Wie ist das Leben mit Jemandem, dem man vor Jahren wortwörtlich das Leben gerettet hat, indem man einen Suizid durchkreutzt hat?
Wie ist das Leben mit Jemandem, der im Supermarkt anfängt zu weinen, weil eine Panikattacke eingetreten ist?

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