Schreibblockaden, Selbstzweifel und hinderlicher Perfektionismus

Normalerweise unterlasse ich Entschuldigungs-Tiraden, von wegen, „Sorry, dass es sooo lange nichts mehr auf dem Blog gab“ oder Ähnliches, immerhin schulde ich mit meinem Blog erstmal niemandem Etwas. Ich blogge gerne, Schreiben war schon immer ein wichtiges Outlet für mich in meinem Leben, ich habe schon als kleines Kind angefangen, Tagebuch zu schreiben, alle Fächer, in denen man lange Aufsätze schreiben konnte, waren heissgeliebt, ich war berühmt-berüchtigt unter Lehrern und Mitschülern für meine extrem langen und detaillierten Aufsätze und Hausarbeiten, aber auch Prüfungsunterlagen. Ich schreibe gerne, sei es Tagebuch, Notizbuch, To Do Listen, Rezepte, in Foren, auf Facebook, in Diskussionsgruppen und mehr, Schreiben befreit mich, Schreiben tut mir gut.


Einen eigenen Blog zu führen lag also nahe, ich bin nun schon seit 2009 am Bloggen, sei es auf MySpace (joa, ich bin leicht älter, lol), Xanga, dann hatte ich jahrelange einen recht erfolgreichen Style Blog auf Blogger, einige meiner Leser hier kennen mich noch von HatemeorLoveme, und nun, seit 2017 neu gestartet mit diesem Herzensprojekt.


Nur steckt das Herzensprojekt aktuell in einer kleinen Krise, die festen Leser werden es schon festgestellt habe, viel Neues kommt in den letzten Wochen nicht. Eventuell befinde ich mich selbst ein bisschen im in der Bloggerszene so bekannten und berüchtigten „Sommerloch“, eine kleine Schaffenskrise, eine Schreibblockade.
Ich tummle mich also, wie bereits erwähnt, schon eine Weile unter den Bloggern, habe im Laufe der Jahre natürlich auch viel gelernt, was SEO, Texte, Bilder und Design angeht. An und für sich ist Wissen und Ahnung ja nicht schlecht. Gepaart mit unnachgiebigem Perfektionismus und ewiger Selbstkritik allerdings oftmals eher hinderlich als förderlich. In letzter Zeit scheint keine meiner Ideen gut genug zu sein, meine Texte nicht gut genug, meine Bilder nicht gut genug, mein Design nicht gut genug, egal was ich angehe – es erscheint mir nicht gut genug. Ich bin ein riesiger Kritiker meiner selbst geworden, überall sehe ich neue Blogartikel, lese sie, bin inspiriert, will selbst wieder Etwas schreiben und dann… nicht gut genug…

Manchmal tut es gut, das nicht weiter erzwingen zu wollen, gestresst habe ich mich nicht, sondern Alles einfach eine Weile liegengelassen. Mittlerweile habe ich einige feste Termine, die ich mir selber fürs Bloggen gesetzt habe (vor allem das Blogger ABC und die Interview Reihe) schleifen lassen und ausgelassen. Ich weiss, dass das suboptimal ist und das vergrössert die Unsicherheit nur mehr. Also versuchte ich es mit Ablenkung, Fotografieren hat immer gut geholfen, Kochen auch und die letzte Zeit greife ich immer wieder zum Stift oder Tuschkasten. Früher habe ich dauernd gezeichnet oder gemalt, im Laufe der Jahre wurde das immer weniger. Fast hatte ich vergessen, wie gut es tut, die Gedanken alle loszulassen, während man im Farbenspiel und entstehenden Bild versinkt. Ich hatte die Hoffnung, dass ein anderes kreatives Outlet den Knoten eventuell löst.
Tat es leider nicht.
Immer noch ist mein Hirn Matsch, meine Gedankenwelt gleicht einer Pusteblume im Sturm, deren Samen wild verweht werden, vorbeifliegen und nicht zu fassen – in meinem Falle: zu Papier zu bringen – sind.


Eine Sache gibt es, die geraten wird, wenn Schreibblockaden nicht weggehen wollen: SCHREIBEN!
Klingt logisch…
Ist aber so ein bisschen wie einen Asthmatiker daran zu erinnern, bitte zu atmen.
Logisch, notwendig, aber wenig hilfreich.
Einfach schreiben…

Und das tu ich nun. Ich schreibe. Einfach Alles weg, was mir so im Kopf rumschwirrt, das ist noch viel viel mehr, als das, was ich gerade mitgeteilt habe, aber das hier ist das Essentielle, was die Blockade meinen Blog bezüglich betrifft.
Und weil ich bei all dieser Jammerei und Nölerei sonst Nix zu zeigen habe, zeige ich eben die Bilder und Skizzen, die in der letzten Zeit in meinem kreativen Tief entstanden sind. Und hoffe, dass dieser Text den Knoten eventuell zum Platzen gebracht hat, oder gelockert, nur ein bisschen gelöst, das würde schon reichen. Ein Anfang ist immerhin gemacht, bis hierhin bin ich gekommen, das ist schon mehr, als ich in den letzten Wochen überhaupt geschafft habe.


Hast Du auch manchmal kreative Tiefs oder Schaffenskrisen oder einfach Zeiten, in denen Du denkst, dass nichts, was Du schaffst, gut genug ist?
Wie gehst Du mit solchen Phasen um?
Hattest Du vielleicht selber schon mal eine Schreibblockade oder ähnliche Zweifel bezüglich Deines Blogs und wie bist Du damit umgegangen und was hat Dir geholfen?

Bis, hoffentlich, bald…

8 Gedanken zu &8222;Schreibblockaden, Selbstzweifel und hinderlicher Perfektionismus&8220;

  1. Probably what you describe is a stronger variant of something quite normal. At least when your work needs the emotional part of your brain. For me & myself, writing and editing text is affected and of course my musician’s life. There are those times when it simply doesn’t work out. I can’t edit text, because I somehow don’t have access to the flow of the words… it’s just all the same, words in a row, characters, period.

    I think what you’re doing is right: Do something else for a while, something where you don’t have these big expectations. But there’s one special trick that is harder to learn: Accept that it is the way it is. You cannot force it. Try not to dwell on the disasters and bad feelings. Try to trust that this will be over. Because it will be.

    In music I then often play just for myself, in my basement, and try not to be too hard with myself. I know that I live in waves… it goes up and down with self-confidence. And most times, the up went a little higher then last time. Because your artist’s soul grows, when you do your arts. Silently. But it does.

    1. Such wise words, and you may just very well have dug out the essence of the problem at hand, acceptance and not dwelling… I am not good at either one, I tend to put a lot of pressure on myself which is far from helpful, on the contrary. I am not good at accepting, I am more of a fighting and yelling and going against it with all might, be it sensible to do so or not.
      The wave metaphor is beautiful, I will try to keep this in mind and try to go with the waves instead of trying to fight and change the unchangeable tides.

  2. Ich hab 2006 angefangen zu bloggen und unter anderem Jahre später wieder aufgehört, weil ich nicht mehr reingefunden habe. Die Blogpausen wurden immer größer…

    Jetzt fange ich nochmal bei Null an und habe mir geschworen, mich nicht mehr unter Druck zu setzen. Ich schreibe, wenn Zeit dazu ist und ich Lust drauf habe. Mal sehen, ob es mir gelingt.

    Liebe Grüße

    Birgit

    1. Bestimmt, dranbleiben, egal wie, ist da eines der wichtigsten Dinge.
      Das mit dem Druck nach dem Neuanfang war bei mir auch so, es ist auch weniger Druck, den ich fühle, als ein kleines bisschen Sehnsucht nach der Zeit, wo ich noch weniger Ahnung hatte und entsprechend was unbefangener und weniger Selbstkritisch war…
      Das klappt bei dir bestimmt, ich sag immer, wenn ICH es schaffe, ein Projekt IRGENDWIE durchzuziehen und am Leben zu halten, dann schafft das eine Scheibe Toastbrot lol. Nur Mut und blogge dann, wenn es dir Spass macht, ich schreibe aktuell viel vor mich hin, ohne es zu veröffentlichen, irgendwann macht es hoffentlich wieder KLICK und dann gehts auch wieder wie von alleine.

  3. I know exactly what you’re talking about. And I so hope that the previous commentator is right (thank you so much for sharing, Wolfram!), but this simple waiting for the block to pass by can be so difficult to endure, because it is not only about waiting, but about trusting, also – or especially – in oneself.
    Here is my own blog, only recently started, and already I am nervous like h*** because of it (okay, maybe not only because of it, rather because of everything happening at once): https://auchwasmitmedien.wordpress.com/. I frankly do not know how people manage to blog regularly. You have done it yourself for so long. Congratulations! Maybe you deserve a break :)? Maybe we all do from time to time. Best of luck to you from Hannover, CristiLu

    1. Thanks so much and yeah, that may very much be true. And the other thing is also that I am trying to write more about social issues etc. which requires a way different approach as well as a ton of more research than simple beauty reviews and such that I used to to, I rather take my time and put out quality content rarely, instead of filling my blog up with half-assed stuff…

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