Blogger ABC – H wie Hobby oder Beruf(ung)

In einem Pariser Cafe mit dem Eiffelturm im Hintergrund am MacBook tippen und gleichzeitig Instagram checken, danach schnappt man sich die gesponsorte Prada Tasche, um ja nicht den Flieger nach Rom zu verpassen, die Fashion Show wartet. Perfekt gestylt in perfekt dekorierter Ikea Wohnung am Laptop sitzen, sich selbst ein wenig inszenieren und mehrfach am Tag Pakete mit neuen Sponsorengeschenken annehmen, die man dann schnell für Instagram ablichtet. Kohle bekommt man quasi fürs Existieren und so toll sein… Achja, der Beruf des Bloggers, herrlich, ein paar Worte tippen, ein paar Bilder knipsen, da ist doch nichts dabei, ein Traumjob.
Über den Arbeitsaufwand, der sich hinter so einem Blog verbirgt, habe ich HIER schon mal berichtet, heute geht es mit dem Blogger ABC weiter mit dem Buchstaben H wie Hobby – oder Beruf(ung)? Wie sieht es da bei Dir aus?

Alle 2 Wochen, immer Samstags, wird ein neuer Buchstabe und ein neues kleines Themengebiet besprochen, ich werde selbst zu jedem Buchstaben meinen eigenen Post verfassen und euch die Möglichkeit geben, eure eigenen Beiträge zu verlinken.

Hier ein kleiner Fragenkatalog zum Thema, den Du beantworten kannst, Du kannst aber auch gerne einfach so zum Thema schreiben, wenn Dir das lieber ist.
1 – Betreibst Du Deinen Blog als Hobby oder beruflich?
2 – Wäre es Dein Wunsch, mit dem Blog Geld zu verdienen oder das sogar beruflich zu machen, oder belässt Du es lieber beim Hobby?
3 – Gibt es Unterschiede, wenn man beruflich oder hobbymässig bloggt und wenn ja, welche?
4 – Welche Klischees und Miskonzeptionen oder sogar Vorurteile fallen Dir zum Berufsbild Blogger ein – und wie sieht die Realität aus?
5 – Vom Hobby zur Berufung – welche Tipps kannst Du Bloggern, die gerne beruflich bloggen würden, an die Hand geben? Alternativ: Wenn Du gerne beruflich bloggen würdest, welche Fragen würdest Du den Profis gerne mal stellen?


1 – Betreibst Du Deinen Blog als Hobby oder beruflich?
Den hier aktuell noch eher als Hobby, wobei ich einer zukünftigen Monetarisierung nicht abgeneigt bin, mit dem alten Blog hatte ich regelmässige Einnahmen.

2 – Wäre es Dein Wunsch, mit dem Blog Geld zu verdienen oder das sogar beruflich zu machen, oder belässt Du es lieber beim Hobby?
Hmmm, schwer, schwer, einerseits wäre es natürlich grandios, wenn ich mit meinem Hobby so viel verdienen würde, dass ich nicht weiter sonst arbeiten müsste, ABER ich weiss auch aus eigener Erfahrung, dass es eben nicht so einfach und rosig ist. Wenn man monetarisieren und sogar davon leben will, ist das halt ein Job, wo man hart und stetig arbeiten muss. Selbstständigkeit bedeutet selbst und ständig. Das gilt auch und wohl GERADE in der schnelllebigen Onlinewelt der Blogger. Man hat Aufgaben, Aufträge, Termine und Deadlines, genauso wie in jedem anderen Job auch. Wenn man IMMER und STETIG Content produzieren muss und kreativ sein muss, kann das auch mal nicht so toll sein, eben auch wie in jeden anderem Job auch. Zumindest aber ein Nebeneinkommen für Extras, das wäre allerdings nicht verkehrt, ob ich mir wirklich vorstellen könnte, das als Vollzeitberuf zu machen, schwer, ich glaube aber auch, dafür bin ich nicht „stylisch“ und „hip“ genug, lol.

3 – Gibt es Unterschiede, wenn man beruflich oder hobbymässig bloggt und wenn ja, welche?
Auf jeden Fall, grosse Onlineabwesenheiten kann man sich nicht leisten, wenn man beruflich bloggt, Insta und FB Seiten wollen gefüttert werden und GERADE wer Geld mit dem Bloggen verdient, ist noch viel mehr darauf angewiesen, regelmässigen und hochwertigen Content zu liefern.
Noch eine Sache, die unabdingbar ist, wenn man beruflich bloggt, die Qualität. Hobbyblogger „können“ es sich leisten, nicht perfekt inszenierte Magazin-Shooting Bilder auf dem Blog zu haben, wer Geld verdient, muss auch Qualität liefern und zwar konstant. Es herrscht ein gewisser Standard, dem man genügen muss, sonst wird man von der „Konkurrenz“ gnadenlos überholt. Ist hier nicht anders, wie in allen anderen Bereichen auch, als Hobbyfotograf ist es ok, wenn ich Spass mit einer alten Digitalkamera habe, oder einfach mit meiner Handykamera knipse, wenn ich aber mit der Fotografie Geld verdienen will, werde ich nicht umhin kommen, qualitativ hochwertige Bilder zu liefern. Ist beim Bloggen genauso.
Man hat Aufträge, Vorgaben und Zeitdruck, Deadlines, man ist nicht mehr so frei, einfach zu bloggen, was und wann man will. Wer Kooperationen oder Aufträge hat, muss sich natürlich an die Richtlinien des Vertrags halten und seinen Part erfüllen, es kann auch schon mal passieren, dass sich Kooperationen stapeln und man keine Lust hat. Das zählt dann aber nicht, denn der Post muss trotzdem raus. Als Hobbyblogger lässt man es halt einfach sein, wenn man keine Motivation hat, als Berufsblogger geht das nicht. Da bezahlt das ja den Lebensunterhalt.

4 – Welche Klischees und Miskonzeptionen oder sogar Vorurteile fallen Dir zum Berufsbild Blogger ein – und wie sieht die Realität aus?
Dass es keine „Arbeit“ ist, dabei ersetzt ein professioneller Blogger oft alleine oder fast alleine eine komplette Magazinredaktion. Zum Thema Arbeitsaufwand gab es beim Blogger ABC auch schon einen Beitrag.
Man bekommt dauernd total viel umsonst zugeschickt – dauernd, total viel und umsonst ist halt schlicht falsch. Es passiert nicht dauernd, es gibt tausende von Bloggern, die niemals eine Kooperation haben. Siehe auch Punkt „total viel“. Umsonst ist der Kram auch nicht wirklich, die Firmen erwarten Gegenleistung, Bilder, Reviews, Werbung etc. je nachdem, was in der Kooperation festgelegt ist. Da kommen schnell mal mehrere Stunden Arbeitsaufwand für ein einziges Produkt zusammen und nicht jeder Blogger kooperiert sofort oder jemals mit teuren Marken wie Prada und Chanel. Oftmals erwarten Firmen, dass man ohne monetäre Entschädigung und nur gegen ein kostenloses Produkt bloggt. Bei einem Produktwert von 15 Euro und einem Arbeitsaufwand von 3 Stunden – davon leben kann man nicht, drumherum kommt man in den Anfängen aber auch nicht immer, jeder fängt mal klein an.

5 – Vom Hobby zur Berufung – welche Tipps kannst Du Bloggern, die gerne beruflich bloggen würden, an die Hand geben? Alternativ: Wenn Du gerne beruflich bloggen würdest, welche Fragen würdest Du den Profis gerne mal stellen?
Wer versuchen will, beruflich Fuss zu fassen, kommt nicht umhin, sich ordentlich über Vorgaben, Gesetze, aber auch aktuelle Trends der Szene zu informieren und einen professionellen Blog aufzubauen, regelmässigen und qualitativ hochwertigen Content mit Mehrwert zu produzieren. SEO etc. sind in dem Falle auch noch mal umso wichtiger.
Und: Sei realistisch! Damit meine ich nicht, alle Träume einfach zu begraben, aber auch nicht zu schnell zu viel zu erwarten. Gerade die Bloggerszene ist eine sehr schnellebige, in der auch viel Glück dazugehört.
Das Wichtigste: verliere vor lauter Erfolgsdruck und dem Wahn nach besseren Leser- und Aufrufszahlen nicht das Wichtigste am Bloggen – der Spass, die Leidenschaft, die Authentizität und bleibe ehrlich.


Ich freue mich darauf, Deine Meinung zu dem Thema zu lesen. Schau auch bei Blogdings und dem Beitrag vom letzten Jahr zum Thema H wie Headlines vorbei.
Samstag in 2 Wochen, am 10. 06. geht es dann weiter mit I wie Impressum.

Ein Gedanke zu &8222;Blogger ABC – H wie Hobby oder Beruf(ung)&8220;

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